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| Perinatal Prevention of Obesity (PEPO) |
Der Verbund "Perinatale Prävention der Adipositas (PEPO)" hat als übergreifendes Ziel einen translationalen und interdisziplinären Forschungsansatz, um neue rationale und evidenzbasierte Strategien zur Primärprävention der Adipositas im Kindesalter zu entwickeln und zu implementieren. Dazu sollen zunächst modifizierbare pränatale Risikofaktoren für eine übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft und ein erhöhtes Geburtsgewicht in einer systematischen Literaturrecherche und in einer retrospektiven Auswertung einer gut dokumentierten Stichprobe übergewichtiger/adipöser Kinder identifiziert werden. In einer prospektiven, randomisierten, kontrollierten Interventionsstudie soll der Effekt einer Supplementierung mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren bei schwangeren Frauen auf die postnatale Fettgewebsentwicklung der Neugeborenen untersucht werden (INFAT-Studie). Schließlich soll eine analytische und Bioinformatik-Plattform geschaffen werden, um neue Biomarkersignaturen aus mikroRNA- und Metabolit-Datensätzen zu finden, die auch für den klinischen Einsatz geeignet sind.
TP 1
analysiert in einem systematischen Review die verfügbare Evidenz zum Zusammenhang von mütterlichem Gewicht, Gewichtszunahme und Rauchen in der Schwangerschaft und Adipositas beim Kind unter besonderer Berücksichtigung der Evidenz für die bestehenden Ernährungsempfehlungen in der Schwangerschaft. Das Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung Evidenz-basierter Empfehlungen zur pränatalen Prävention.
TP 2
untersucht in einer retrospektiven Kohortenstudie die relativen Beiträge und Wechselwirkungen einer umfassenden Anzahl an perinatalen Risikofaktoren, insbesondere im Hinblick auf frühe pränatale Faktoren einschl. erhöhter präkonzeptioneller mütterlicher BMI und inadäquater Gewichtszuwachs in der Schwangerschaft. Diese frühen pränatalen Faktoren werden gegen etablierte postnatale Risikofaktoren wie Geburtsgewicht, Stilldauer oder rasche kindliche postnatale Gewichtszunahme gewichtet. Einschulungsuntersuchungen bieten etablierte Rahmenbedingungen zur Analyse von Risikofaktoren für kindliche Adipositas mittels Fragebogen-Erhebung. Eltern von etwa 8000 Kindern aus 5 Regionen Bayerns werden zur Teilnahme an der Studie eingeladen und gebeten, Angaben aus dem Mutterpass und dem Kinderuntersuchungsheft sowie zu bisheriger Lebensweise und Ernährung des Kindes in einen zuvor zugesandten Fragebogen zu übertragen und diesen zu den Einschulungsuntersuchungen mitzubringen. Dort werden die aktuellen Körpermaße von den sozialmedizinischen Assistenten ergänzt. Die erhobenen Daten werden in eine Datenbank übertragen und zur Plausibilitätsprüfung sowie ggf. Korrekturen an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit weitergeleitet. Im Anschluss erfolgt eine detaillierte statistische Analyse von Risikofaktoren und potentiellen Confounder-Effekten.
TP 4
hat zum Ziel, den Einfluss des Fettsäurenmusters bzw. des Verhältnisses von n-6- zu n-3-Fettsäuren der mütterlichen Nahrung in Schwangerschaft und Stillzeit auf die frühe Fettgewebsentwicklung beim Menschen zu untersuchen. Zusätzlich soll geklärt werden, ob ein Zusammenhang zwischen dem Fettsäurenmuster in den mütterlichen und kindlichen Blutlipiden sowie in der Muttermilch und der Entwicklung des Fettgewebes besteht. Es handelt sich um eine prospektive, randomisierte, kontrollierte, offene Interventionsstudie über 26 Wochen während der Schwangerschaft sowie über 1 Jahr post partum. Seit Juli 2006 werden Frauen vor der 15. SSW im Raum München rekrutiert. Die Interventionsgruppe erhält Fischölkapseln und Empfehlungen zu einer Reduktion der Zufuhr von Arachidonsäure. Frauen in der Kontrollgruppe werden bezüglich einer ausgewogenen gesunden Ernährung in der Schwangerschaft beraten. Neben dem primären Endpunkt, der Fettmasse der Säuglinge, gemessen mittels Hautfaltendicken, Ultraschallmessungen und MRT von der Geburt bis zum 5. Lebensjahr, werden zusätzlich Körpergewicht, Größe, Kopfumfang, Blutlipide, Fettsäurenmuster in mütterlichem und kindlichem Blut sowie Muttermilch, Adipokine, Cytokine und die durchschnittliche tägliche Fettsäurenaufnahme der Mütter mit der Nahrung bestimmt.
Die Studie soll Auskunft darüber liefern, ob eine gezielte Intervention mit Veränderung des mütterlichen n-6-/n-3-Fettsäurenverhältnisses pränatale Einflüsse auf die Fettgewebsentwicklung beim Säugling und im Kleinkindalter hat und potentielle adipogene Risikofaktoren prä- und postnatal identifizieren. Aus diesem Forschungsvorhaben können mögliche primärpräventive Ansätze zur Vermeidung der frühkindlichen Adipositas abgeleitet werden.
Ziel von
TP 5
ist die systematische Suche nach klinisch anwendbaren Biomarkern bzw. Markersignaturen zur Vorhersage eines frühen Adipositasrisikos. Dabei sollen zum einen metabolische Marker untersucht werden, zum anderen soll aber großes Augenmerk auf regulatorische Prozesse, insbesondere micro-RNA, gelegt werden. Der geplante Ablauf gliedert sich in fünf Arbeitspakete.
1) Etablierung analytischer Methoden zur quantitativen Analyse von Biomarker-Panels (miRNA, metabol. Profile), 2) Re-Analyse existenter Daten zur Vorhersage von Markerkandidaten, 3) Systematische Tests gefundener Kandidatenmarker auf Eignung in der klinischen Anwendung, 4) Beurteilung/Analyse differentieller Markerprofile und 5) Aufbau einer umfassenden online Knowledgbase. Eine Patentierung erfolgversprechender Marker/Signaturen wird angestrebt.