HOMEPAGE KN ADIPOSITAS

Ziel des Verbundes „Interdisziplinäre Prävention von Adipositas im Kindes- und Jugendalter (PreVENT)“ ist die systematische Analyse der Einflussfaktoren von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen im micro- (z.B. Familie) und macro-environment (z.B. Schule und Stadtteil). Dabei werden Lebensstilfaktoren (Ernährung, Aktivität, Inaktivität, Rauchen, Alkoholkonsum) genauso wie metabolische, genetische, soziale, ethische und rechtliche Bedingungsfaktoren berücksichtigt. Es erfolgt die Generierung der zur Zeit größten Datenbank gesunder Kinder und Jugendlicher in Deutschland, welche die Daten des Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS), der Kieler Adipositas Präventionsstudie (KOPS), der deutschen IDEFICS-Kohorte (Identification and prevention of Dietary- and lifestyle-induced health EFfects In Children and infantS) sowie der CHILT-Studie (Children‘s Health InterventionaL Trial) vereint. Darüberhinaus werden longitudinale Datensätze mit Verlaufsbeobachtungen von bis zu 8 Jahren gemeinsam im Hinblick auf die Bedingungsfaktoren der Inzidenz von Übergewicht und Adipositas analysiert. Des Weiteren stehen große Datensätze von Interventionsgruppen zur Verfügung, welche eine systematische Analyse der Bedingungsfaktoren von Erfolg und Nicht-Erfolg von frühzeitiger Prävention ermöglichen.
Auf dieser Grundlage wird ein wissenschaftlich fundiertes Portfolio von Präventionsmaßnahmen entwickelt. Modellhaft werden mögliche Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Prävalenz von Übergewicht unter der Berücksichtigung von ethischen und rechtlichen Faktoren berechnet. Abschließend werden der individuelle und der gesamtgesellschaftliche Nutzen eines unter Berücksichtigung von Wirksamkeit und Machbarkeit zusammengestellten Portfolios analysiert.
TP 1 analysiert und bewertet individuelle und ökologische Determinanten von Prävalenz und Inzidenz von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Aus diesen Ergebnissen wird ein Portfolio von möglichen Maßnahmen erstellt und die Wirksamkeit, Machbarkeit und Barrieren werden abgeschätzt.
TP 2 identifiziert genetische Faktoren, die im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren (z.B. Überangebot an Nahrung) eine Rolle bei der Entwicklung von Übergewicht spielen. Des Weiteren wird die Vererbbarkeit der Phänotypen überprüft. Die Resultate dieser Untersuchungen soll einen Beitrag leisten, um die potenziellen Vorteile von maßgeschneiderten Interventionsprogrammen und Therapien abschätzen zu können.
TP 3 wertet Daten zum Gewichtsverlauf und Ernährungsverhalten aus, die bei behandelten, extrem adipösen Jugendlichen mittels Interviews gewonnen wurden, und korreliert diese Ergebnisse mit den genotypischen Varianten der Patienten. Die Ergebnisse dienen der Entwicklung einer personenbezogenen individuellen Interventionsstrategie.
TP 4 identifiziert die relevanten normativen Problemfelder und rechtlichen Konflikte bei der Adipositasprävention bei Kindern und Jugendlichen. Auf dieser Basis soll ein strukturiertes Modell für die normative Analyse entwickelt werden und abschließend soll die Legitimität staatlicher Eingriffe zum Zweck der Gesundheitsförderung bzw. Prävention bei Minderjährigen erörtert werden.